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M. Seifried - P. Schmoll (VfB Friedrichshafen)

Oberliga 1983/84 | Markdorf - Friedrichshafen
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Lc5 4.c3 Sf6 5.d4 ed: 6.cd: Lb4+ 7.Sc3 0-0 8. 0-0 d6 9.h3 La5

Ein viel versprechender Eröffnungszug in der Giuoco Piano Eröffnung. Schwarz manövriert den Läufer aufs Warteschleife, um mit seiner aktiven Stellung gegen den weißen d-Bauern vorzugehen.

10.Lg5 h6 11.Lh4?

Besser ist 11.Lxf6 Dxf6 12.Sd5 Dd8 (12. ..Dg6 ist auch möglich) 13.De2 und nun hat Schwarz folgende Alternativen: (a) 13. ..Sxd4 14.Sxd4 Dxd4 15.Tad1 De5 16.Df3 c6 17.a3 cxd5 18.exd5 mit besserem Endspiel für Schwarz (b) 13. ..Te8 14.Tad1 Lg4 15.Lb5 Le6 16.Sf4 mit Vorteil für Weiß.

11. ...g5 12.Lg3 Se5
Stellung nach 12. Zug von Schwarz

(Diagramm) Der von Schwarz eingeschlagene Figurenaufbau entpuppt sich als sehr interessant. Nun folgen zwei Figurenopfer.

13.Sxe5 dxe5 14.Lxe5 Sxe4!

(a) 15.Sxe4 Dd4! wird sehr unangenehm für Weiß z.B. 16.Lf6 Dxa1 oder 16.Lg3 Dxd1 17.Tfxd1 f5 18.Lxc7 Lxh3 (b) 15.Te1 f6! 16.Lxc7 (16.Lg3? Sxg3 17.fxg3 De7) Dxc7 17.Sxe4 De7 18.Dd3 (18.Df3 ?! Lxh3 19.Dc3 Lg4 und Schwarz steht besser) Lxh3 19.gxh3 Df7 mit zweischneidigem Kampf.

15.Dd3 f6 16.Lg3 c6! 17.Le2

[17.Dxe4 Dd4 -+]

17. ...Dd4 18.Dxe4 Dd2 19.d5 Lxc3 20.bc: Dxe2

[20. ..Dd3 21.Tfc1 ist nicht so klar]

21.Tfe1 Dg4 22.Txe1 Dc2 23.Kf1

[23.Te2 Dd1+ 24.Kh2 Df3 25.Te1 c5! oder 25. ..Dd3 -+]

23. ...Lf5 24.Tad1

[24.dxc6? Dc6! 25.Txe8+ Txe8 26.De2 Txa1#] [24.Te7 hilft auch nicht: ...Tad8! mit sehr starker Stellung von Schwarz] [24.Te2 scheitert ebenfalls 24. ..Tad8 25.Dd4 h5! 26.Td2 Dxd2 27.Dxd2 Lxh3 28.gh: h4 29.Lc7 Tde8 30.Kf2 Kg7 31.Tb1 b6 32.Tb4 Tc8 33.Td4 cxd5 34.Txd5 Txc7 35.Td7+ Tcf7 usw.] [11. Kf1 hilft auch nichts wegen 11. ..Sc1 12. d3 (sonst 12. ..d5) Dc2 -+]

11. ... Df4 12. Kxe2

[Auf 12. Kg2 folgt 12. ..Dg4 13. Kf2 Scd4 -+]

12. ... Sd4+ 13. Kd3 d5 14. Sa3

(Diagramm)

14. ... Se2 !
0-1

[Seifried]

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D. Knödler - F. Nagatz

37. DJEM (8) 1983

Hier eine kleine Partie von den 37. Deutschen Jugendmeisterschaften 1983, die durch ein überraschendes Damenopfer entschieden wurde.

Stellung nach 20. Zug von Schwarz
1. c4 g6 2. Sc3 Lg7 3. g3 d6 4. Lg2 e5 5. d3 Sc6 6. Tb1 Le6 7. b4 Dd7 8. b5 Sd8 9. h4!?

Weiß möchte gerne seinen Sg1 entwickeln, gleichzeitig aber nicht durch Lh3 seinen weißfeldrigen Läufer abtauschen lassen. Weiß stellt die Rochade erst einmal zurück. Er droht zwar mit h5 Schwarz ebenfalls die Rochade zu vermiesen, allerdings wird das Feld g4 geschwächt.

9. ... h6 10. Ld2 Se7 11. Sf3 Lg4

Eine ernst zunehmende Alternative wäre die Rochade gewesen, mit dem Plan im Zentrum mit c6 vorzugehen.

12. Dc1 f6 13. a4 Kf7 14. Sd5 Sf5 ?

Mit dem folgenden Tausch des Lg4 werden die weißen Felder im schwarzen Lager empfindlich geschwächt. Weiß erlangt eine gefährliche Initiative.

15. Sh2 Sd4 16. Sxg4 Dxg4 17. Dd1 Dd7 18. Lh3 f5 19. e3 S4e6 20. h5! Sc5

(Diagramm)

21. hxg6+ Kxg6 22. Dh5!!

[22. ...Kxh5 23. Lxf5+ Kg5 24. e4 #]

1-0

[Knödler]

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Dr. H. Scheck - C. Frick (Tü?)

Oberliga 1992/93 | Markdorf - Tübingen
1. e4 c6 2. d4 d5 3. exd5 cxd5 4. c4 Sf6 5. Sc3 Sc6 6. c5 ?!

Zu früh. Normalerweise wartet man mit 6. Sf3 e6 ab.

6. ..e5!?

Sieht konsequent aus, da Schwarz noch nicht e6 gespielt hat. In Frage kam aber auch das solide 6. ..g6, wonach der weiße Aufbau mit c4-c5 strategisch wohl zweifelhaft ist.

7. dxe5 Sxe5 8. Lf4 8. ..Sg6 9. Le3 Le7 10. Sf3 0-0 11. b4!?

Vielleicht wäre hier die Rochade solider gewesen. Psychologisch verursacht der Zug aber eine Fehlreaktion des Gegners.

11. ..a5?

Wohl der strategische Verlustzug, da der Damenflügel geschwächt wird (Felder a5 und b6).

12. b5 Lg4 13. Le2 Tc8 13. Sa4 13. ..Dc7 15. 0-0 Sf4 16. Tc1 Tfe8
Stellung nach 16. Zug von Schwarz

(Diagramm) Nun droht z.B. 17. ..Sxe2 18. Dxe2 d4

17. Te1!

Weiß ignoriert die Drohung und entwickelt sich einfach weiter.

17. ..Sxe2 18. Txe2 Lxf3 19. gxf3

Das war die Idee. Weiß hat nun einen Doppelbauern erhalten, der aber die strategisch wichtigen Felder e4 und g4 kontrolliert.

19. ..De5 20. Td2 Tcd8 21. Td4 21. ..Dh5 22. Lf4 Lf8 23. c6! bxc6 24. bxc6 Lb4 25. c7 26. Sb6 Dg6+ 27. Lg3 27. ..h5 28. Sxc8 Txc8 29. Dd3 Dg5 30. Tc2 h4 31. Txh4 Ld6 32. Da6 Df5 33. Dxd6 Dxc2 34. Dd8+ Se8 35. Dxc8 Dd1+ 36. Kg2 De2

und Schwarz gab gleichzeitig auf angesichts 37. Dh3. [Scheck]

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T. Weiss - G. Böhm (Fasanenhof)

Oberliga 1992/93 | Markdorf - Fasanenhof
1. d4 Sf6 2. Sf3 b6 3. c4 e6 4. a3 Lb7 5. Sc3 d5 6. cxd5 Sxd5 7. e3 Le7 8. Lb5+ c6 9. Ld3 Sd7 10. 0-0 Sxc3 11. bxc3 0-0 12. e4 c5 13. De2 Dc7 14. Lb2 Tac8 15. Tad1

Obwohl alles noch aus der Theorie bekannt, hatte ich schon 90 min verbraucht.

15. ..Tfd8 16. e5 Sf8 17. Sd2 cxd4 18. cxd4 Td5 19. f4 f5?

Unbedingt nötig war 19. ..g6

20. exf6 Lxf6 21. f5 Lxd4+ 22. Lxd4 Txd4 23. fxe6 Te8 24. Tf7 Te7

verliert forciert. Besser ist noch 24. ..Dc6.

25. Tdf1 25. ..Td8
Stellung nach 25. Zug von Schwarz

(Diagramm)

Das 5-zügige Matt 26. Txf8+ Txf8 27. Lxh7 Kxh7 28. Dh5+ Kg8 29. Txf8+ Kxf8 30. Dh8++ wurde übersehen, wie Dieter K. am Sonntagabend telefonisch mitteilte.

26. Txe7 Dxe7 27. Tf7 Dc5+ 28. Kh1 Txd3 29. e7 Lxg2+ 30. Dxg2?

besser ist 30. Kxg2

30. ..Kxf7 31. exf8D+ Kxf8 32. Df1+ Kg8 33. Dxd3 Dc1+ 34. Kg2 Dc6+ 35. Kg3 Dc7+ 36. Kg2 Dc6+ 37. Sf3 h6 38. h4 De6 39. Kg3 De7 40. Dd5+ Kh7 41. a4 Dc7+ 42. Kg4 g6 43. Se5 Kg7 44. De6 44. ..h5+ 45. Kf4?

Vergibt den Gewinn. Richtig ist 45. Kg3

45. ..Dc1+ 46. Ke4 Dc2+ 47. Ke3 Dc1+ 48. Kd4 Dc5+ 49. Kd3

und Remis, da Weiß dem Dauerschach nicht mehr ausweichen kann. [Weiss]

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